Quaxpfad: Stadt pflanzt junges Bäumchen, wo eigentlich eine Garagenzufahrt geplant ist Wird die Stadt aktiv, ohne vorher in die Pläne zu schauen?

Neuss · Der Quaxpfad kommt nicht aus den Schlagzeilen heraus: Jüngst zog das Rathaus den Kürzeren in Sachen Erhebung von Erschließungsbeträgen (Gerichts- und Anwaltskosten gingen zu Lasten des Stadtsäckels). Jetzt wurde ein Grünstreifen angelegt. Die Folge: Ein junges Bäumchen wurzelt nun genau da, wo eigentlich Joachim Schreyers seine Garagenzufahrt geplant hat.

Joachim Schreyer vor seinem Grundstück, das noch als Garten genutzt wird. Direkt an der Nachbar-Garage soll seine anschließen. Da stört allerdings das neue Bäumchen.

Foto: KV./Gerhard P. Müller

Die ersten Pläne für den Quaxpfad stammen aus den 50er Jahren des vorigen Jahrhunderts. Viele Jahrzehnte wartete die Straße als solche auf ihre Fertigstellung. Lange Zeit ging man im Rathaus davon aus, dass sie irgendwann verlängert werden sollte. Die Bahnlinie und ein Pumpenhäuschen machen aber mehr als deutlich, dass diese Pläne schon lange nicht realisierbar sind.

Später kam dann die Idee auf, den für die Erweiterung der Straße vorgesehenen Streifen (den die Grundstückseigentümer an die Stadt abtreten mussten) für Parkbuchten zu nutzen. Die Anlieger protestierten heftig und auch diese Pläne verschwanden wieder in der Schublade.

In diesem Jahr gab es dann eine neue Initiative: Der besagte Streifen sollte in einen Grünstreifen verwandelt werden. Joachim Schreyer, dem das letzte Grundstück vor dem Kindergarten gehört, wurde aufgefordert, hierfür Hecke und Zaun zu entfernen. Die grenzten seinen Bereich von der Straße ab. Und die Hecke habe er stets geschnitten und gepflegt, betont der Bürger an diesem kalten Vormittag beim Vor-Orttermin mit dem Stadt-Kurier.

Schreyer konnte allerdings nachweisen, dass „sämtliche Aufbauten“ auf dem Geländestreifen ebenfalls an die Stadt gegangen sind. Also habe die auch für das Entfernen sorgen müssen, so der Bürger.

Er zieht derzeit noch auf dem Grundstück Kartoffeln und Tomaten. Der Plan sei, dass die Enkeltochter dort einmal bauen soll.

Laut Plan vorgesehen ist ein Doppelhaus mit Garagen rechts und links. Im Prinzip genauso ein Bau wie die beiden Hausnummern zuvor. Das weist auch der aktuelle Bebauungsplan der Stadt aus. „Und der Garage von Nummer 15 kann jeder Laie ansehen, dass dort die nächste Garage angebaut werden soll.“

Jeder Laie schon, aber nicht das beauftragte Gartenbauunternehmen, das die Hecke entfernt, den Boden gemulcht und zwei Bäumchen (jeder Baum kostet rund 500 Euro) gepflanzt hat. Letzteres treffsicher dort, wo eigentlich die Garagenzufahrten eingezeichnet sind.

„Da wurde Geld zum Fenster rausgeschmissen“, resümiert Schreyer. Zum einen, weil der Grünstreifen in seinen Augen grundsätzlich überflüssig ist (er wird an zwei Hausnummern auch deutlich sichtbar unterbrochen). Und zum anderen, weil die beiden Bäumchen nun noch einmal umgesetzt werden müssen. „Hoffentlich hat die Stadt die Rechnung dafür noch nicht bezahlt“, seufzt Joachim Schreyer.